EEP S02E06 – Thomas Wetzlar
[00:00:38] Hajo Sandschneider: Willkommen zurück hier im Einfach Erfolgreich Podcast, heute mal wieder mit einem Interview und ich habe Thomas Wetzlar für euch eingeladen. Thomas ist jemand, der Dinge nicht nur verwaltet, sondern wirklich aktiv gestalten will, im Markt und auch im Leben. Ich kenne Thomas selber noch nicht so gut, aber es ist schon bewegt genug, von daher bin ich mir relativ sicher, dass was Spannendes dabei ist, wenn er davon erzählt, wie er Er hat verantwortungsvolle Position im internationalen Vertrieb bekleidet, in einem hoch innovativen Umfeld.
Er bringt einen starken inneren Antrieb mit und sehr viel Erfahrung auch aus der strategischen Unternehmensberatung. Und wie stark der innere Antrieb ist, habe ich erfahren, als er mir von seinem Sabbatical, zumindest dem angedachten Sabbatical, erzählt hat, wo es dann darin geendet ist. Thomas, ich glaube, du warst in der Geschäftsleitung von der Schule von deiner Kinder.
Und genau diese Mischung aus der Präsenz genau du liegst schon, Gestaltungswillen und Haltung macht ihn aus meiner Sicht so spannend und besonders. Und deswegen bin ich gespannt, was du, liebe Hörer liebe Hörerin, am Ende des Interviews sagst. Jetzt erstmal ein Herzliches Willkommen, lieber Thomas.
[00:01:42] Thomas Wetzlar: Hallo Hajo, vielen Dank für die Einladung.
[00:01:45] Hajo Sandschneider: Genau.
So Thomas, die Frage ist ja, Vertrieb machst du ja schon seit ewigen Zeiten, gefühlt zumindest in deinem Leben. Wann hast du das erste Mal gemerkt, dass diese klassischen Vertriebslogiken gar nicht mehr so richtig greifen? Noch mehr Druck, noch mehr Prozesse, dass das gar nicht mehr so ganz der richtige Weg ist?
Und was ist dir heutzutage ein bisschen wichtiger geworden?
[00:02:09] Thomas Wetzlar: Ich glaube, das, worauf es tatsächlich ankommt, ist, eine Geschichte zu erzählen. Denn auf einen Kunden einzuschlagen, bringt deshalb nichts, weil das ja auch noch 70 andere versuchen und zwar idealerweise gleichzeitig. Und wenn ich in der Lage sein möchte, das Wertvollste von jemandem zu bekommen, das ist zuerst mal die Zeit, die er mir schenken muss, damit ich ihm überhaupt was erzählen kann und das Zweite ist dann sein Geld, dann muss ich ihm ja einen hinreichenden Mehrwert bieten, dass er das für sich als Gewinn begreift. Und deswegen glaube ich, verkaufen wir gar nicht zuvor das Produkte, sondern wir verkaufen erst mal ja die Überzeugung von uns selbst und müssen erst mal jemandem klar machen, dass es überhaupt das Wert ist sich mit uns auseinanderzusetzen. Und wenn wir das geschafft haben und wir im Vorfeld unsere Hausaufgaben vernünftig gemacht haben, dann schaffen wir es auch, was zu verkaufen.
[00:02:56] Hajo Sandschneider: Okay. Da sind ja schon viele Sachen dabei. Das klingt ja nicht nur nach Geschichte, sondern innere Haltung. Möchte ich auf beides drauf eingehen. Also weil mit der Zeit und der Aufmerksamkeit eigentlich kommt es ja Zeit, Geld, dazwischen kommt ja noch die Aufmerksamkeit. Und dafür brauchst du ja die Geschichten.
Und wie hat sich die Geschichte, die du heute erzählst erzählen muss, jetzt mal in Anführungszeichen damit das verstanden wird oder damit es eben zu dem gewünschten Effekt, ich bekomme wirklich die Aufmerksamkeit ich nenne es jetzt mal geschenkt von meinem Kunden Geschäftspartner, von wem auch immer.
Inwiefern stellst du fest, dass sich die Geschichten, die hängenbleiben, die Aufmerksamkeit generieren, sich geändert haben?
[00:03:38] Thomas Wetzlar: Nun, ich glaube, zuallererst wie ich es gerade schon sagte, müssen wir exakt Erst mal einen Weg finden, dass man uns selbst so spannend findet, dass man sich mit uns auseinandersetzen möchte. Und wenn wir in der Lage sind, das zu machen, ohne immer sofort aufs Produkt abzustellen, sondern erst mal zu überlegen, was kann eigentlich für mein Gegenüber einen hinreichend großen Mehrwert bieten, sich überhaupt mit mir als Person auseinanderzusetzen. Dann kommt man, wenn es gut läuft, von ganz alleine auf Themen, die gar nichts mit einem Stück Plastik oder ein paar Schnürsenkeln oder einem Reißverschluss zu tun haben?
sondern dann komme ich auf etwas zu sprechen, was vielleicht eher auf einer persönlichen Ebene stattfindet, was auf einer fachsimpel Ebene stattfindet.
Irgendwo, wo man sich eher menschlich begegnet, wo man sich persönlich begegnet wo man sich austauschen kann. Und wenn diese Ebene miteinander erreicht ist, dann hat man plötzlich auch Raum und Luft und im Zweifel auch Lust, sich mal darüber zu unterhalten, was machst du eigentlich so den ganzen Tag?
Womit beschäftigst du dich eigentlich und was hat uns hier eigentlich konkret zusammengebracht?
[00:04:34] Hajo Sandschneider: Also wirklich klassisch erstmal dem Menschen als Mensch begegnen, eine gemeinsame Basis schaffen und ob das dann eher im Technischen ist oder eher im Persönlichen, machst du dann von der Situation abhängig oder wie ist das?
[00:04:47] Thomas Wetzlar: Genau, es hängt natürlich stark davon ab wo man sich begegnet Wenn ich jetzt auf einem Messestand stehe und da kommt jemand auf mich zu und spricht mich an und möchte was über unser Produkt erfahren, dann ist das natürlich eine ganz andere Geschichte. Dann erzähle ich natürlich was zu dem, was da vor mir liegt und was ich da habe und kann natürlich auch die Geschichte des Produkts erzählen. Aber auch dann vielleicht idealerweise so angereichert dass es eben auch für sich eine spannende Geschichte ist indem ich nicht nur sage, guck mal, das?
macht auf und zu und das macht klick und klack, sondern warum tut es das eigentlich? Was ist eigentlich der Purpose von diesem Produkt? Wofür braucht es das eigentlich? Ich meine, das klingt jetzt ein bisschen abstrakt. Also wenn ich jetzt Sprungfedern für Federkernmatratzen verkaufe, dann ist die Unterhaltung wahrscheinlich eine andere, als wenn ich ein starker emotional aufgeladenes Produkt in der Hand habe. Aber vielleicht gelingt es ja auch bei einer Sprungfeder für Federkernmatratzen, die Geschichte so zu erzählen dass sie Spaß macht.
[00:05:33] Hajo Sandschneider: Und
[00:05:34] Thomas Wetzlar: darauf kommt es an.
[00:05:35] Hajo Sandschneider: Ja, tatsächlich bin ich jetzt gerade geneigt, meinen eigenen Plan hier für das Gespräch zu verlassen, dass wir mal drauf kommen. Also du heute bist du Vertriebsleiter, also warst Geschäftsleiter von unterschiedlichen Firmen, hast Events organisiert, hast bei den großen strategischen Unternehmensberatungen, ich weiß gar nicht, ich glaube, da warst du aber auch als Externer.
Also du hast die Unternehmensberatung beraten, was ja auch heißt, dass du so ein bisschen Ahnung von dem haben dürftest, was du da so tust. Und heute Vertriebsleiter, du hast…
[00:06:03] Thomas Wetzlar: nicht ganz. Also ich habe nicht Unternehmensberatungen beraten, sondern ich habe immer als Freelancer gearbeitet und habe auf eigener Rechnung entsprechend insbesondere bei vertrieblichen Fragestellungen Perspektiven mal bereitgestellt oder mal andere Sichtweisen auch beigesteuert Und das war anscheinend so interessant, dass es da eben auch eine sehr große deutsche Unternehmensberatung gab. Die dann auf mich zukam und mich fragte ob ich nicht Auch als Freelancer auf deren Projekten mitwirken könnte, weil die Themen, die ich da entsprechend gespielt habe, wohl manchmal unbesetzt waren und so kam es dann, dass ich da entsprechend in so ein Expert-Netzwerk aufgenommen wurde und da mitwirken konnte.
[00:06:39] Hajo Sandschneider: Auch spannend genug, genau. Tatsächlich merke ich, dass ich immer noch neugierig bin auf das Klick und Klack und bin gespannt, wie du den drüber bringst. Vielleicht darfst jetzt doch schon mal drüber sprechen, was dieses Klick und Klack und Reißverschlüsse, weshalb das so Themen sind und sich das emotional aufladen lässt.
Also, du bist Vertriebsleiter bei FIDLOCK, heißt die Firma. Das kennen die meisten nicht. Ich kenne es tatsächlich von den Taschen die ich so schön an meinem Fahrradrahmen relativ bequem und einfach dran machen kann, aber eben auch wieder abmachen und wieder dran machen oder wieder abmachen. Und es ist, mein Sohn würde das Satisfying nennen dieses Knack ich weiß gar nicht, das heißt, die schnappen da so dran.
Und jetzt erzähl mal, was da die Geschichte hinter ist und weshalb das so besonders ist.
[00:07:21] Thomas Wetzlar: Also wir nennen das den FIDLOCK-Moment. Und was dieser FIDLOCK-Moment ist, das ist.
Ganz einfach. Wir verkaufen magnetmechanische Verschlusssysteme Also eigentlich sind es Schnallen. Die haben eine Jung- und eine Mädchenseite und die werden zusammengeführt. Das gibt es als normale Steckschnalle. Da muss man einfach mit ein bisschen Körperkraft die zusammendrücken, dann macht es klack und dann sind die beiden miteinander verbunden.
Das kennen wir aus ganz, ganz vielen Szenarien. Die kommen überall zum Einsatz. Hunderte millionenfach, milliardenfach werden die jeden Monat irgendwo verbaut. Und diese spezielle Produktkategorie dieser Schnalle oder dieses Verschlusssystems hat der Joachim Fiedler, das ist der Gründer von FIDLOCK, vor knapp 20 Jahren neu gedacht. Und hat sich gedacht, Mensch, warum kann das nicht auch von alleine zusammengehen? Warum können dieses Male- und Female-Teil, warum können die nicht auch alleine zusammenrutschen? Warum muss man die immer mit der Hand irgendwie zusammendrücken und geht das nicht cooler? Und der hat sich dann gedacht, warum bauen wir da nicht Magnete ein?
Und hat also versehentlich, eigentlich wollte er nur einen Verschluss bauen, um seinen Cello-Bogen in seinem Cello-Kasten festzuhalten, hat versehentlich eine Produktrevolution gestartet und hat ein Unternehmen geschaffen, das heute global mit Nike und Adidas und ganz vielen anderen spannenden Marken auch rund um den Globus zusammenarbeitet und denen spannende Verschlusssysteme verkauft, mit denen man Schuhe und Jacken und Rucksäcke und… Ach, Schränke und alles Mögliche an anderen Produkten öffnen und schließen kann und das auf eine sehr intuitive und, wie dein Sohn sagen würde, sehr befriedigende Art und Weise.
Denn wenn dieses Male- und Female-Teil magnetisch zusammengezogen werden und dieser FIDLOCK-Moment da entsprechend zum Tragen kommt, dann hat das schon was wirklich Magisches.
[00:09:06] Hajo Sandschneider: Ja, das ist ganz cool. 20 Jahre, das wusste ich auch noch nicht, dass es das so lange gibt. Aber sei es drum. Manche Sachen brauchen noch länger, bis sie zu mir kommen.
[00:09:15] Thomas Wetzlar: Ja
[00:09:16] Hajo Sandschneider: So, jetzt…
[00:09:17] Thomas Wetzlar: nicht ungewöhnlich dass sowas erstmal eine Weile braucht, denn FIDLOCK ist ja nicht unbedingt die Marke die man im Fokus hat. Wahrscheinlich bist du schon viel früher damit zusammengekommen, weil es halt an irgendwas verbaut war.
[00:09:26] Hajo Sandschneider: Und das ist genau der Teil, den ich auch spannend finde. Wie verkauft man denn irgendwie was, was eigentlich nur ein Bauteil ist, aber was ja dann bei den Kundenfirmen, du hast ja ein paar schon genannt, ja sofort auch zur User Experience, auch zur Marke von der Kunde Also nicht nur von der FIDLOCK-Marke sondern zur Kundenmarke.
Also idealerweise befruchtet ihr euch gegenseitig Nike, hast du glaube ich gesagt, Nike-Kunden auch diesen FIDLOCK-Moment erfahren, aber sie werden es ja womöglich auch als Nike-Moment erleben dann. Aber wie verkauft man ein Bauteil so sehr, dass es eben auch immanent der User Experience vom Kunden anheim wird?
[00:10:05] Thomas Wetzlar: Frage. Jetzt sind wir gar nicht mehr so weit weg davon, wie man so eine Springfeder in so einer Federkammatratze emotionalisiert. Sehen wir es mal so, das, was wir verkaufen, ist rein faktisch erstmal ein Verschlusssystem. Das macht Sachen auf und zu. Und das ist beim Zumachen irgendwie cool.
So könnte man das erstmal ganz grob darstellen. Und jetzt könnte man sagen, wir verkaufen Schnallen. Das stimmt aber gar nicht. Denn Schnallen die kann man überall kaufen. Und vor allen Dingen kann man die überall viel billiger kaufen als bei uns. Denn unsere Produkte sind nicht nur sehr hochwertig sondern haben entsprechend auch einen Preis der deutlich über dem liegt, was so traditionelle Kunststoffsteckschnallen entsprechend mitbringen. Das, was wir verkaufen, ist ein Alleinstellungsmerkmal Das ist ein Abgrenzungspotenzial Das, was wir verkaufen, ist ein Erlebnis mit dem der Kunde das Produkt nochmal auf eine ganz andere Art und Weise erleben und im täglichen Umgang entsprechend auch benutzen kann. Also eigentlich, und da deckt es sich ein Stück weit auch mit meiner alten Welt, aus der ich komme, ich habe lange Zeit im Bekleidungs- und vor allen Dingen im Schuhbereich gearbeitet, eigentlich sind die meisten Produkte zu Ende innoviert. Da ist nichts Neues mehr, was da groß dazu kommt. Ein Schuh ist ein Schuh und eine Jacke ist eine Jacke und ein Rucksack ist ein Rucksack. Das heißt, wie schaffe ich es jetzt als Hersteller, als Brand, wie schaffe ich es jetzt noch, einen Endverbraucher davon zu überzeugen dass der mein Produkt kauft und nicht das meines Wettbewerbers?
[00:11:26] Hajo Sandschneider: Mh
[00:11:27] Thomas Wetzlar: ganz zuvorderst steht natürlich Design im Fokus. Es geht darum, wie sieht es aus? Ist es cool? Sieht es toll aus? Hat es einen zeitgemäßen Look? Es geht um die Marke. Ich lasse mich ja durch Werbung auch gerne mit einem Image von der Marke aufladen und kaufe dann ein Produkt, weil ich damit gedanklich im Prinzip ein Teil dieser werblichen Inszenierung werde und ein Teil dieser Markenidentität auf mich als Kunde überspringt. Aber aus der Markenperspektive selbst, wenn ich jetzt der Nike bin oder der North Face oder der Adidas oder eben einer von diesen vielen, vielen anderen, die auch ganz gerne Rucksäcke verkaufen möchten oder Schuhe, dann frage ich mich natürlich, was kann ich denn darüber hinaus noch
[00:12:03] Hajo Sandschneider: mh.
[00:12:04] Thomas Wetzlar: ist in der Endverbraucherwahrnehmung vielleicht genauso cool wie Marke B oder Marke C. ohne das jetzt auf konkrete Kunden von uns abstellen zu wollen, stehen Ja.
auch diese Top-Marken selbst wenn es globale Champions sind, stehen die Ja, trotzdem in einem Wettbewerb miteinander.
[00:12:18] Hajo Sandschneider: Ja.
[00:12:18] Thomas Wetzlar: können natürlich Produkte wie so eine magnetmechanische Schnalle einen echten Unterschied machen.
Und das ist letztlich die Basis unseres Erfolgs. Und klar verkaufen wir eine Schnalle, die irgendwas auf uns zumacht, aber in Wirklichkeit verkaufen wir diesen besonderen Moment, der das Produkt entsprechend auf eine andere Ebene hebt.
[00:12:37] Hajo Sandschneider: Ja, kann ich verstehen, kann ich auch sehr gut nachvollziehen, zumal es ja immer mal wieder sehr, also es gibt, wenn wir von den Top-Brands sprechen, gibt es ja sehr loyale Kunden und dann gibt es ja immer mal wieder Momente wo sehr loyale Kunden sich nach anderen Firmen umschauen. Also mir fällt diese jetzt bei Tankstellen, manche Leute tanken bis heute nicht bei Shell oder bei BP oder bei wem auch immer, weil da irgendwo mal vor 20, 30 Jahren was passiert ist, was ja bei den anderen Firmen auch irgendwie mal passiert ist.
Aber das heißt, es gibt ja die Momente aber normalerweise ist ja sehr viel Loyalität mit dabei. Eure Kunden entscheiden sich offensichtlich für ein Produkt, was ihnen ein Alleinstellungsmerkmal, zumindest in einem begrenzten Umfeld ein Alleinstellungsmerkmal ermöglicht Was natürlich auch das eigene Qualitätsversprechen betrifft
Das hat gerade die deutsche Wirtschaft, der deutsche Mittelstand sehr lange probiert, das beste Produkt ohne vernünftiges Marketing wird halt immer noch dem mittelmäßigen Produkt mit sehr gutem Marketing unterlegen sein. Ich weiß nicht, ob du der These zustimmst aber was bedeutet das bei dir für den Verkauf, dass man natürlich ein sehr gutes Produkt haben möchte, haben darf, aber dass sich das eben noch lange nicht alleine beim Kunden verkauft.
Selbst dieses Alleinstellungsmerkmal das kriegen Sie ja wahrscheinlich, habt ihr ja auch Marktbegleiter, habe ich so gut nicht recherchiert Entschuldigung.
[00:14:03] Thomas Wetzlar: sehr überschaubar. Es gibt hier und da einzelne Akteure, die auch im magnetenmechanischen Verschlusssystembereich tätig sind, aber es ist sehr überschaubar und nicht mit der globalen Wahrnehmung wie wir sie besitzen. Aber ich möchte das aufgreifen, was du gerade sagtest, denn du hast damit natürlich auch mein Argument gestärkt das ich eingangs vorgebracht habe.
Aber ich sage, das geht gar nicht so vordringlich um das Produkt, das ich verkaufe, sondern um die Geschichte, die ich erzähle. Und das heißt natürlich, das findet sich Ja,
in deiner Aussage wieder, dass letztlich auch ein vielleicht technisch unterlegenes Produkt mit entsprechend gutem Storytelling und nichts anderes ist Marketing, entsprechend doch erfolgreicher sein kann.
Und klar ist das eine Herausforderung vor der wir auch stehen. Also wir verkaufen ein Produkt, das ein Fünf oder Zehnfaches eines Wettbewerbsproduktes ohne unsere spezifischen Magnetmechanismen Und sind natürlich immer wieder aufs Neue gefragt, auch zu begründen wo denn unsere Preise
[00:14:58] Hajo Sandschneider: ja, ja.
[00:15:00] Thomas Wetzlar: zum einen über das, was ich eben schilderte, nämlich über diese Weichenfaktoren, dass wir also beim Kunden eine andere Wahrnehmung ermöglichen und dass wir dem Kunden auch die Möglichkeit geben, einer Brand die Möglichkeit geben, seine eigene Markengeschichte nochmal anders zu erzählen. kommt natürlich über das Design unserer eigenen Produkte, wo wir sehr viel Wert darauf legen, dass die Produkte ein sehr hochwertiges, zeitgemäßes Design und eine gute Formsprache haben. Und es kommt natürlich zu guter Letzt auch darüber, dass wir entsprechend Anpassungsmöglichkeiten für unsere Kunden bieten.
Und wenn jetzt eine Marke um die Ecke kommt und sagt, ich hätte das aber gerne in Rot, Gelb Grün und Blau und am liebsten hätte ich es getupft und dann hätte ich gerne das Ding obendrauf nicht eckig sondern rund, dann können wir auch sowas. Das heißt, wir sind also in der Lage, uns auch in hohem Maße auf Kundenbedürfnisse einzustellen.
Und wenn man das alles kann und wenn man gelernt hat, einem Kunden zuzuhören, dann ist man auch in der Lage, sich auch gegen preislich aggressiveren Wettbewerb durchzusetzen, weil man im Zweifel vielleicht den besseren Service bietet.
[00:15:57] Hajo Sandschneider: Genau, das ist nicht nur das Zuhören. In den Verkaufstrainingen spiele ich halt auch immer darauf ab, wie wichtig das ist, wirklich hinzuhören. Aber du meinst ja wahrscheinlich nicht nur die Worte aufnehmen, sondern auch hinhören und im Zweifel das getupfte Element auch liefern. Also auch dem Hinhören Verstehen auch Taten folgen lassen.
[00:16:15] Thomas Wetzlar: Auf jeden Fall. Ansonsten ist es ja nur Geschwätz.
[00:16:18] Hajo Sandschneider: Genau. So, jetzt bist du ja Vertriebsleiter. Global agierend und wie ist denn das? Ihr habt offensichtlich ein gutes Produkt, ein sehr gutes Produkt, was Kunden gerne haben wollen und gar nicht so viele Marktbegleiter. Und ich habe manchmal mit Kunden zu tun, wo die Geschäftsführer finden, dass die Verkäufer aktiver werden müssen.
Es reicht halt nicht, da zu sitzen und zu warten, dass das Telefon klingelt oder die E-Mail kommt oder sowas Und ich glaube, ihr seid ja auch sehr stark noch auf Expansionskurs. Also dieses, ich warte mal auf die Aufträge, reicht ja nicht, sondern was braucht es, um das Rad dann größer zu machen, beziehungsweise um noch mehr Kunden die Möglichkeit zu geben, ihren Kunden zu Und noch bessere Verschließmechanismen anzubieten.
[00:17:07] Thomas Wetzlar: Ja, also es ist so, das FIDLOCK, das ist sicherlich außergewöhnlich und das kenne ich so auch nicht aus anderen Unternehmen. Ganz, ganz, ganz lange Zeit den Luxus genoss, dass man das Fenster morgens aufmachte und dann kamen Riesenaufträge reingeflattert. Da kamen Riesen-Key-Accounts einfach so ungefragt zum Fenster rein und dann zack lag da auf einmal ein Auftrag um ein paar Millionen. Das ist natürlich nicht der Regelfall und der normale Tagesablauf gewesen, aber das ist in der FIDLOCK-Geschichte immer wieder passiert und hat auch ganz maßgeblich das Wachstum und auch die Fantasie die auch mit FIDLOCK als Unternehmen verknüpft war, beflügelt. Heute funktioniert das so nicht mehr, zumal wir uns ja auch, wir sind allein in Hannover jetzt 127 Beschäftigte Wir haben in Asien, noch in Hongkong und in China jeweils zwei Vertriebsgesellschaften mit denen
[00:17:54] Hajo Sandschneider: Hm.
[00:17:55] Thomas Wetzlar: haben in den USA ein Team, dazu haben wir Partner auf der ganzen Welt verteilt. Und wir haben noch eine Produktion obendrauf die auch entsprechend ausgelastet werden muss. Wir können heute nicht mehr darauf warten, dass irgendwas zum Fenster reingeflogen kommt, sondern man muss natürlich so einen Vertriebsansatz auch systematisch entsprechend verfolgen und muss auch sehen dass man das methodisch sauber und mit ordentlichen Tools entsprechend nach vorne bringt. Und deswegen haben wir bei FIDLOCK jetzt in den letzten zwei Jahren, das ist so der Zeitraum, den ich überschauen kann, denn dann habe ich mich FIDLOCK angeschlossen Nachbesagt im Sabbatical. Und wir hatten in dieser Zeit die Aufgabe zu schauen, wie schaffen wir es, den Vertrieb soweit auch systematisch aufzustellen, dass er entsprechend skalierbar ist und dass wir auch über verschiedene Geschäftsbereiche hinweg dann auch einen vergleichbaren globalen Impact auch hinterlassen. Und ja, das ist die Aufgabe. Wie schafft man es mit überschaubaren personellen Ressourcen? Und 127 Mitarbeiter sind ja nicht alle im Vertrieb tätig sondern von denen sind das vielleicht 20. Und der Rest macht eben andere Sachen, die auch ganz wichtig sind. Noch viel wichtiger, wir müssen ja was verkaufen können.
Wenn wir das nicht haben, dann brauchen wir die Vertriebler nicht. Das heißt, wir müssen uns natürlich schon die Frage stellen, wie schaffen wir es, das Unternehmen auszulasten? Wie schaffen wir es, die Produkte an den Mann zu bringen, an die Frau zu bringen, die wir da entsprechend erfunden haben? Und das geht eben nicht mit Fenster aufmachen, sondern nur mit systematischer Arbeit.
[00:19:16] Hajo Sandschneider: Ihr arbeitet, glaube ich auch mit Vertriebspartnern. Das heißt, der muss nicht komplett alleine nur durch eigenes Personal gestimmt werden, der globale Vertrieb sondern ihr habt dann auch Partner, die natürlich auch betreut werden wollen, aber was den Reisedruck so ein bisschen mindert zumindest.
[00:19:29] Thomas Wetzlar: Genau, das ist so. Also wir haben, ich glaube 13 Länder sind es jetzt, haben wir Vertriebspartner, unabhängige Vertriebspartner vor Ort, die da entsprechend unsere Geschichte erzählen, die als freie Agenten oder als Distributoren entsprechend tätig sind und in den Märkten auch frei agieren und die aber auf Spezialressourcen und auch Spezialwissen, das im Zweifel halt bei uns verfügbar ist, dann zugreifen können.
Wir haben dazu eine regelmäßige Austauschroutine, also einmal im Monat kommt jeder Partner mit unseren Business-Line-Managern zusammen, das sind die verantwortlichen Vertriebsmitarbeiter, die sich um die einzelnen Marktsegmente kümmern. Der eine macht Helm der nächste macht Tasche der nächste macht Bekleidung.
[00:20:07] Hajo Sandschneider: Also ihr habt schon nach, sind das Produktkategorien bei euch getrennt? Also ihr habt sozusagen Wissen aggregiert, dass nicht jeder macht alles, sondern es gibt die Fokusbereiche und die dürfen sich halt in den Ländern gestützt verbreitern.
[00:20:20] Thomas Wetzlar: Ja, das ist eine
[00:20:21] Hajo Sandschneider: jetzt
[00:20:22] Thomas Wetzlar: Frage. Machst es produktmäßig oder machst du es marktspezifisch länderspezifisch oder machst du es branchenspezifisch Also wir haben uns für Letztgenanntes entschieden. Das heißt, wir haben gesagt, es gibt das Segment Tasche da haben wir einen Spezialisten für. Es gibt das Segment Helm da gibt es einen anderen für.
Es gibt Lifestyle, das sind Bekleidungsschuhe, da gibt es eine Kollegin, die sich darum kümmert. Aber ja, die Frage, wie teilt man es auf, die ist auch enorm wichtig.
[00:20:45] Hajo Sandschneider: Und manchmal ist es ja auch gut, ein bisschen Wechsel reinzubringen um eben wieder Energie ins System zu bringen, wenn die Gewohnheiten sich zu sein gepflanzt haben. Du hast gesagt, du bist seit zwei Jahren dabei. Was könnten wir denn heute bei FIDLOCK im Vertrieb beobachten, was wir vor zwei Jahren oder vor zweieinhalb Jahren so noch nicht gesehen haben?
Auf welche drei Änderungen bist du besonders stolz oder vielleicht auch gar nicht so stolz Aber was hast du da ins Rollen gebracht und womöglich auch zum Besseren?
[00:21:15] Thomas Wetzlar: Ja, also was sicherlich einen ganz tiefgreifenden Wandel ausgelöst hat, war die Umstellung von einer regionalen Verantwortlichkeit der bei FIDLOCK angestellten Vertriebspartner hin zu den Business Lines. Die habe ich also operativ eingeführt. Die Entscheidung dazu, in diese Richtung zu gehen, die war vorher schon getroffen, bevor ich kam, aber letztlich implementiert also umgesetzt hat das Team das dann gemeinsam mit mir. Und das war das eine. Das andere ist, dass wir ein Customer Relationship Management Tool, ein CRM-Tool eingeführt haben. In unserem Fall ist das HubSpot, um entsprechend die Kundenkommunikation auch stärker monitoren zu können, um stärker auswerten zu können, wo stehen wir eigentlich mit einzelnen Kunden, wo entwickeln sich Dinge eigentlich hin um auch stärker zu systematisieren. Das war eine große Aktion, wo wir eine tolle Kollegin haben. Drei Kolleginnen sind das insgesamt, die das gemeinsam eingeführt haben bei uns.
[00:22:06] Hajo Sandschneider: Bevor du das Dritte sagst du bist Vertriebsleiter und ihr habt HubSpot eingeführt. Das finde ich spannend. War das deine? Also, weil HubSpot ich kenne das aus, die Vertriebler wollen meistens SalesForce und die Marketingmenschen wollen meistens HubSpot haben. Ähm
[00:22:20] Thomas Wetzlar: dafür muss man begreifen dass das eine ohne das andere nicht funktioniert. Und dafür muss man auch begreifen, wo die eigentliche Aufgabe liegt. Das ist eine spannende Frage. Also zum Thema HubSpot, sollen wir dazu jetzt abbiegen oder soll ich die erste dritte Sache sagen, die wir
[00:22:35] Hajo Sandschneider: Du sagst mir erst die dritte, dann kommen wir da zurück.
[00:22:38] Thomas Wetzlar: Okay. Gut, also wenn du mich nach drei Dingen fragst dann würde ich sagen, ist das Dritte, dass wir eine interne Reporting-Struktur geschaffen haben, die die Mitarbeiter in die Lage versetzt, auch ein stärkeres Gefühl dafür zu haben, welche Informationen wir eigentlich unter Steuerungsgesichtspunkten von ihnen brauchen und haben ihnen entsprechend Tools an die Hand gegeben, unter anderem auch eine sehr dezidierte Auswertbarkeit unseres ERP-Systems dass sie da über entsprechende Datenexporte sich die Daten so aufbereiten können, dass sie in der Lage sind, da die geforderten Informationen nicht nur auf Meta-Ebene, sondern auch auf Kundenebene rauszuziehen und sind also in der Lage, jetzt über ein besseres Reporting auch da entsprechend gemeinsam einen besseren Überblick über das zu haben, was eigentlich gerade bei uns passiert.
Und zwar, wenn man jetzt mal die drei Sachen nimmt, wir haben die Business-Lines, das ist wirklich Meta-Meta, da bin ich ganz oben und gucke von ganz oben auf den ganzen Globus und sage, ich bin jetzt verantwortlich für Helm oder ich bin jetzt verantwortlich für Tasche Und muss mir Gedanken machen, welche meiner Verschlüsse sind eigentlich für den Bereich geeignet Wie adressiere ich eigentlich diese Kunden?
Denn das Spannende wird dann nämlich, wenn ich nicht mehr länderspezifisch sondern global arbeite, dass die Geschichte, die ich einem Taschenproduzenten oder einer Taschenmarke erzähle eigentlich länderagnostisch ist. Es spielt eigentlich keine Rolle, ob ich die jetzt einem amerikanischen Markenanbieter erzähle oder einem französischen oder einem deutschen oder einem chinesischen, weil die bewegen sich alle in dem gleichen Teich und ich habe da einmal ein Wissen aufgebaut und weiß über Anwendungsgeometrien entsprechend Bescheid und kann dann entsprechend natürlich auch meine Geschichte ganz anders erzählen, als wenn ich jetzt zwar länderspezifisch unterwegs bin und die einzelnen Kulturen und Befindlichkeiten vielleicht besser kenne, aber eigentlich jedes Mal aus so einem riesen Bauchladen heraus verkaufen muss, weil
[00:24:13] Hajo Sandschneider: Ja.
[00:24:14] Thomas Wetzlar: Brust habe. Das heißt, das war das eine. Das zweite, mit einem Hubspot haben wir insbesondere, jetzt kommen wir auch gleich nochmal vielleicht ein Detail drauf. Dann haben wir unsere vertriebliche Arbeit systematisiert, indem wir Deals Pipelines eingeführt haben Und sichergestellt haben, dass die Kontakte, die wir haben, auch entsprechend über diese Customer Journey entsprechend vernünftig begleitet werden und vernünftig gemonitort werden, dass uns dann niemand durch die Lappen geht. Und wir haben zu guter Letzt eben über bessere Auswertbarkeit Instrumente jetzt an der Hand die uns die Möglichkeit geben, das, was dann tatsächlich messbar auch hinten bei rumkommt, nämlich Aufträge und Umsätze entsprechend durch die CDT auswerten zu können. Also im Grunde genommen geht es einmal um die ganze Bandbreite.
[00:24:56] Hajo Sandschneider: Und wenn ich es richtig verstanden habe, das Reporting nicht nur damit du oder der Geschäftsführer bessere Zahlen hat, sondern auch Zahlen die wirklich dem einzelnen Mitarbeiter helfen zu verstehen, wo stehen wir gerade und den eigenen Job besser zu machen und nicht nur fürs Unternehmen sozusagen sind natürlich.
[00:25:10] Thomas Wetzlar: Also alle Bereiche haben für sich genommen natürlich auch Befremdlichkeiten ausgelöst als wir sie eingeführt haben. Immer wenn man was verändert, führt das natürlich.
auch mal zu dem Wunsch danach, es besser erklärt zu bekommen und ausführlicher erklärt zu bekommen. Aber es ist tatsächlich genauso, wie du sagst im Reporting.
Also ich weiß, wo ich welche Zahlen finde. Ich brauche keinen Vertriebsmitarbeiter, der mir Zahlen irgendwo raussucht. Das finde ich alles alleine. Aber das, was ich eigentlich über das Reporting sicherstellen möchte, ist, dass die Mitarbeitenden, die da entsprechend ihre Ergebnisse kommunizieren, sich selbst damit auseinandergesetzt haben.
Weil das Reporting mir natürlich die Gewissheit gibt, dass die wissen, wovon sie reden.
[00:25:51] Hajo Sandschneider: Ja genau. Und klingt so wie… Also Fokus schärfen im Schritt 1, im dritten Schritt Tools an die Hand geben, dass ich meinen Job besser machen kann. Und bei Hubspots, wenn wir da jetzt nochmal hinkommen, das klingt so ein bisschen, also der erste Schritt wäre ja auch ein bisschen Aufbauorganisation. Hubspot es riecht so nach Prozesse anpassen, Ablauforganisation wird angepasst.
Und damit beides besser gelebt werden kann, ein Reporting, was dem Mitarbeiter hilft, einen guten Job zu machen, dass du die Zahlen auch hast, aber dass sie eben auch selber verstehen, wovon sie sprechen. Klingt so, wie du es erzählst und deswegen erzähl doch mal, mit den Prozessen war das dann auch so? Wie habt ihr euch da angepasst oder was habt ihr da neu und anders gemacht?
[00:26:37] Thomas Wetzlar: In der Vergangenheit war es so, dass Jeder Vertriebler eigentlich immer der König war, weil der brachte ja neue Aufträge mit rein. Also man machte morgens das Fenster auf, dann kam sowieso eine ganze Menge reingeflattert und neben dem, was nicht von alleine reingeflattert kam, hatte man dann noch eine Vertriebsmannschaft die entsprechend auch dann immer wieder irgendwelche spannenden neuen Kundenprojekte mitbrachte. Das war aber eben nicht wirklich systematisch sondern es war doch ein bisschen random, indem ich halt immer mal hier und mal da und mal dort mal reinpiekse und dann kommt auf einmal was, womit ich was anfangen kann. Und das, was wir jetzt machen, ist eben der Versuch, über eine Nachvollziehbarkeit der Maßnahmen, mit denen agiert wird, durch die Mitarbeitenden auch Rückschlüsse darauf ziehen zu können, was funktioniert, was funktioniert nicht und was kann ich entsprechend replizieren, wenn Person A etwas macht, macht das vielleicht auch für Person B und C und D Sinn und bin ich auf dem Wege nicht möglicherweise in der Lage, als lernende Organisation auch aus mir selbst heraus skalierungsfähig zu werden. Und das ist eigentlich die Idee, die dahinter steckt. Wir versuchen mit so überschaubaren Mitteln wie möglich, sei es jetzt personelle Mittel oder Reisekosten oder was auch immer, wir aufwenden müssen, um unseren Job zu machen, versuchen wir natürlich den größten Impact zu haben und das größtmögliche Ergebnis reinzuholen.
[00:27:51] Hajo Sandschneider: Hm.
Wie hat denn das geklappt? Du hast ja gerade eben schon gesagt, Veränderung bringt auch immer so ein bisschen Widerstand mit bei und gerade Vertriebler die früher als Könige, hast du sie glaube ich, bezeichnet. sehr hat es gerumpelt?
[00:28:04] Thomas Wetzlar: Ja, es rumpelt immer mal wieder, würde ich es vorsichtig formulieren. Es
[00:28:07] Hajo Sandschneider: Ja.
[00:28:10] Thomas Wetzlar: Also Change Management ist ein Prozess der natürlich auch seine Zeit braucht. Ich kam vor zwei Jahren dazu. ich habe vor zwei Jahren, das erste Halbjahr, habe ich erstmal zugehört, habe mir alles erklären lassen, wie läuft das so bei euch wie macht ihr das so und habe vielleicht mal hier und da eine Verständnisfrage gestellt.
Man kann ja auch durch Fragen, die man stellt, vielleicht auch schon mal vorsichtig eine Richtung angeben, indem man sagt, hast du dir das denn schon mal so angeguckt. Also zweiten Halbjahr, dass ich dann merkte, okay, das ist vielleicht noch zu subtil, habe ich dann gedacht, Okay. dann vielleicht ein bisschen direkter und habe mal hier und da und dort auch mal einen Hinweis gegeben, wie man es doch alternativ machen könnte. In meinem dritten Halbjahr, also im ersten Quartal des jetzt gerade abgelaufenen Jahres 25, im ersten Halbjahr ich dem dann etwas mehr Nachdruck verliehen. Und jetzt zuletzt da, wo es dann fließt Vielleicht noch nicht gut funktioniert, auch eine etwas persönlichere Ansprache Form gefunden. Und das führt natürlich dann, wenn man fünf oder zehn oder 15 Jahre auf eine bestimmte Art und Weise gearbeitet hat und plötzlich verändert sich etwas.
Und es verändert sich nicht nur in dem Sinne, dass es gesagt wird, sondern indem es auch nachgehalten wird. Dann hat das natürlich Auswirkungen auf das persönliche Wohlbefinden und löst natürlich auch Stress aus. Und das verstehe ich auch. Und das ist auch immer ein ganz schmaler Grad, auf den man da wandelt, weil man natürlich jetzt auch mit Kolleginnen und Kollegen, wir sind ja alle ein Team, wir sind ja alle zusammen.
Also es ist Ja.
eine Illusion, dass wir da alle unterschiedlich wären, sondern letztlich sind wir ja alle eine große Gemeinschaft die ja wie in einer Familie gucken muss, dass sie irgendwie die Aufgaben gestemmt bekommt, die vor ihnen liegen. Das heißt, wir müssen natürlich irgendwie aufeinander Acht geben und müssen natürlich schauen, dass wir uns einander nicht verschleißen der anderen Seite, wenn ich jetzt mal auf meine spezielle Rolle gucke, bin ich natürlich dem Geschäftsführer der Geschäftsführung, dem Gesellschafter natürlich auch Arbeitsergebnisse schuldig. Also man holt mich ja nicht an Bord, weil ich am tollsten die Öhrchen kraulen kann, sondern im Zweifel holt man mich, weil man irgendwie Veränderungsbedarfe sieht und sagt, wir möchten, dass das gerne zukünftig etwas anders organisiert wird. Und da muss ich sagen, das schilderte ich ja gerade so in der Veränderung meiner Herangehensweise, das ist ja immer sehr individuell, das ist ja nicht pauschal jetzt auf alle bezogen sondern eben da, wo es mir aufgefallen ist, man dann entsprechend manchmal auch etwas deutlicher werden. Und das führt natürlich zu Konflikten und das ist immer traurig aber man darf davon natürlich auch keine Angst haben. Also man muss halt nur fair bleiben.
[00:30:42] Hajo Sandschneider: Absolut. Führung ist kein Beliebtheitswettbewerb darf es auch nicht sein, weil der beliebteste Chef, der wird tendenziell zu sehr dem Harmoniegeplänkel sich hingeben, meine Überzeugung. Das heißt ja nicht, dass wir die Keule rausholen und die Peitsche knallen lassen, aber die Sache, also wissen, wofür du antretest und welche Räume du schaffen und ausfüllen möchtest, ist extrem wichtig und das ist ja genau deine Aufgabe, diese Räume zu schaffen, die andere dann gut leben könnten.
[00:32:16] Hajo Sandschneider: Also hast du denn, also klingt so, als wüsstest du, was du tust und würdest dir auch Zeit lassen und würdest dem Einzelnen auch Zeit lassen, ohne an Klarheit einzubüßen. Wie bist du dazu gekommen, dieses Verständnis zu haben, dass du das nachempfinden kannst, wie es dem Einzelnen geht, auch wie es dem Einzelnen mit Veränderungen geht?
Wie bist dazu gekommen Verständnis haben, dass du das nachempfinden kannst, an Klarheit einzubüßen?
[00:32:55] Thomas Wetzlar: Ja, folgt natürlich einer Lernkurve. Also ich bin als Junge eigentlich so erzogen worden, dass man Kritik oder auch Unmut verklausuliert und zwischen den Zeilen kommuniziert und den Leuten das nicht direkt auf die Nase sagt, sondern dass man irgendwo versucht, das irgendwie einzuweben in das, was man so an Message mitzugeben hat. habe dann aber in den ersten Jahren meiner Berufstätigkeit, ich war viel im Ausland tätig war viel in Italien ich war in Frankreich in Skandinavien, aber vor allen Dingen in Italien habe ich die ersten Jahre meines Berufslebens viel gearbeitet. Da habe ich die Erfahrung gemacht, dass man mir das als Schwäche auslegte.
Nicht klipp und klar zu sagen wo ich stehe. dass ich also nicht ernst genommen wurde. Und das hat mich damals echt Kraft gekostet Das ist jetzt gut 20 Jahre her. Aber das hat mich echt Kraft gekostet das zu überwinden. Und zu verstehen, dass man manchmal ganz präzise sagen muss, was ist. Und habe ich beibehalten und das habe ich gemerkt wird oftmals als ruppig empfunden und auch als unangenehm, gerade wenn es sich um Kritik dreht.
Also wenn man Lob direkt äußert dann sind immer alle happy, aber wenn man Kritik direkt äußert, dann ist man immer gleich der Unmensch. letztlich hat mich das doch sehr, sehr geprägt und hat mich eigentlich zu einem Verfechter klarer Worte werden lassen. Gleichzeitig muss man immer gucken, wen man vor sich hat und ich würde immer sagen, ich versuche es trotzdem immer erstmal noch verklausuliert, habe dann aber keine Scheu davor umzuschalten, wenn ich merke dass die Message nicht ankommt
[00:34:33] Hajo Sandschneider: mir persönlich auch sehr wichtig, dass Menschen bereit sind, einen Standpunkt zu beziehen. Man macht sich dann angreifbar, man kann dann auch unbeliebt sein, nur weiß halt jeder, wo wir dran sind und man muss es ja nicht jedem Knallhack ins Gesicht schütten sozusagen, sondern ein moderater Approach kann ja schon sein im Prozess, solange eben klar ist, dass das, was wir Nicht nur gesagt wird, sondern was auch verstanden werden darf, verstanden wird.
Finde ich gut. Ich schaue so ein bisschen, du hast ja auf die Uhr, deswegen kommt jetzt ein krasser Themenwechsel. Ich hoffe, es ist allerdings ein Übergang. Du hast ja das Sabbatical angesprochen. Ich habe so verstanden, du wolltest mal bewusst zurücktreten und schauen, wie es auch sein könnte, weil du eben aus…
Ich glaube, du gibst ganz gerne Gas und leistest ganz gerne was und wolltest dir da eine Pause gönnen und die Pause war kürzer als gedacht, weil dann irgendwie was in der Schule von deinen Kindern passiert ist. Interessiert mich auch irgendwie, aber tatsächlich glaube ich ja auch, dass eine Art zu denken eine Art zu denken ist.
Du kommst als Geschäftsführer immer mit einem vertrieblichen Charakter hast sehr viel Vertriebserfahrung. Wo würdest du sagen, hast du in der Zeit, du darfst auch gleich gerne über das, was du da im Sabbatical gemacht hast an der Schule sprechen, aber vielleicht ja auch mit dem Fokus, hast du denn festgestellt, was haben Schule und der moderne Vertrieb vielleicht doch überraschend gemeinsam?
[00:35:54] Thomas Wetzlar: Okay.
das ist spannend. Lass mich mal anders anfangen ganz kurz, nämlich was mich überhaupt in das Tabettecke gebracht hat, weil das gehört eigentlich als Information elementar dazu, weshalb ich mich da so wohl gefühlt habe. war lange als freier Berater tätig und habe in dieser Zeit auch mit manchen Kunden sehr intensiv und sehr lange zusammengearbeitet mit anderen eher sporadisch und habe aber, also eigentlich war ich immer vorne.
Da, wo ich war, war vorne, so gefühlt. Und das war auch toll, das hat mir auch viel Spaß gemacht und ich habe in 2000… 2016 auf einem Kundenprojekt sollte ich ein Konzept für ein Messeformat entwickeln, das ging damals um Kinderschuhhersteller, die sich mit ihren Kinderschuhen auf den großen Messen nicht mehr so wohl fühlten und die was eigenes haben wollten.
Und dann entwickelte ich denen ein Konzept und das fanden die auch ganz spannend und als ich dann sagte, Mensch, das ist doch super, dass ihr das alles spannend findet, wer setzt das denn von euch jetzt um, dann wollte es halt irgendwie dann doch keiner umsetzen, weil sich irgendwie jeder dann doch als Schuster bei seinen Leisten sah und eben nicht als Messeorganisator und so wurde ich versehentlich zum Messeveranstalter. Das ist eine andere Geschichte, aber damit ging es los, dass ich so ein bisschen was den Pfad verließ und sagte, ich mache nur Beratung, sondern plötzlich wurde ich auch ganz operativ und hands-on war ich dann plötzlich da involviert. Und habe dann in der Hochzeit 14. Veranstaltungen im Jahr organisiert mit einem kleinen Team. Dann habe ich Ende desselben Jahres, hatte ich eine Idee für einen, oder ich sah halt Probleme im Konsumgüterhandel im Bereich Bekleidung und Schuhe insbesondere, da war ich viel unterwegs und sah eben wachsende Schwierigkeiten wo also Hersteller, Markenhersteller entsprechend Schwierigkeiten fanden, am Point of Sale, am stationären Point of Sale in den Geschäften, in den Städten noch mit ihren Produkten entsprechend verfügbar zu werden.
Und habe dann ein technisches Produkt entwickelt, das in der Lage war, da eine Brücke zu schließen und da entsprechend eine Brücke zu bauen zwischen Einzelhandelschaft und den Brands und habe auch das parallel gegründet und 2020 mit Corona veränderte sich dann plötzlich alles ganz fundamental Und bei letztgenanntem Projekt in der Weise, da neben ersten Investoren, die bereits damals eingestiegen waren, plötzlich auch noch mehr Investoren entsprechend Interesse zeigten und da mitmachen wollten, was wir da entsprechend machten und mich aufforderten, das doch hauptberuflich und Vollzeit zu machen und eben nicht mehr nur parallel zu meiner Beratungstätigkeit, sondern man sagte, also Mensch, wir kommen hier an Bord wir bringen hier ganz, ganz viel Wissen mit und ganz viel Technik und ganz viel Geld und dann bring du doch bitte dich auch persönlich mit und komm doch hier entsprechend auch voll mit an Bord und dann hauen wir hier gemeinsam eine Delle ins Universum. das habe ich dann auch gemacht in 2020 und Ende 2022 völlig ausgebrannt. Ich war wirklich fix und foxy. Auch oft, weil ich was falsch eigenschätzt hatte oder weil ich irgendwo mal auch gedanklich vielleicht auch mich verstiegen hatte in Themen und da auch Energie verloren habe an Stellen, an denen ich sie vielleicht besser hätte sparen können.
Also man muss das immer alles vielschichtig betrachten. Aber das führte mich eben dann, als ich dann Anfang Ende 22, Anfang 23 entschloss da auszusteigen, führte mich das in mein Sabbatical. Das muss ich nur als Vorrede sagen.
[00:38:58] Hajo Sandschneider: Okay.
[00:38:59] Thomas Wetzlar: ja eigentlich segeln gehen.
[00:39:00] Hajo Sandschneider: Okay. An der Stelle einmal nachhaken das Ausbrennen einfach weil es zu viel war oder weil es dann auch irgendwann andere Themen waren, wo eben nicht deine Hauptleidenschaft für war?
[00:39:13] Thomas Wetzlar: waren verschiedene Themen. Das eine war, das muss ich rückblickend heute so sagen, war?
die… Die Richtung, die wir genommen haben oder die Art und Weise, wie wir es umgesetzt haben rückblickend richtig oder haben wir uns da an manchen Stellen verzettelt und haben es gar nicht so in der Konsequenz vorangetrieben, wie es hätte vorangetrieben werden müssen?
Das ist eine Frage, die natürlich auch Energie gekostet hat. Gerade wenn man Energie verwendet in eine Richtung rennt und nachher sagt, nee, war die falsche Richtung, wir rennen wieder zurück und rennen nochmal woanders hin. Also wenn man sich immer sternförmig in neue Richtungen bewegt, dann verbraucht man natürlich auch eine Menge Energie. das Zweite war, wenn man Investoren an Bord holt und auch die Früchte von diesem Baum entsprechend nutzt um so ein Unternehmen wachsen zu lassen und dann da auch Dinge möglich macht, die man aus eigener wirtschaftlicher Leistungskraft heraus mit dem Unternehmen noch gar nicht bewerkstelligen könnte, dann holt man sich immer auch Menschen mit an den Tisch, die auch ein gewichtiges Wort mitzureden haben, was auch absolut richtig und legitim ist.
Aber auch da prallten natürlich irgendwann Erwartungen aufeinander und die Dinge haben sich nicht in der Konsequenz erfüllt, wie sie das sollten und es gab also doch da einigen Unmut im Gesellschaftskreis und ich war dann also irgendwann für mich an einem Punkt, wo ich sagte, ich will das so nicht mehr.
[00:40:20] Hajo Sandschneider: Klingt für mich ein bisschen nach Selbstbekanntheitserfahrung fehlen so ein bisschen diese sternförmige und ein bisschen eingeschränkte Autonomie Gestaltungsfreiheiten nicht. Also verständlich aber nicht ganz so, wie du es dir gewünscht hast.
[00:40:35] Thomas Wetzlar: Genau. das stimmt, aber wie gesagt, man muss das immer berücksichtigen wenn man das Geld von Menschen nimmt und sagt, wir machen hier gemeinsam was, dann hat man auch notgedrungen und zwangsläufig natürlich auch immer Partner mit am Tisch sitzen, die mitreden
[00:40:45] Hajo Sandschneider: Genau.
[00:40:46] Thomas Wetzlar: richtig so, also das ist nicht als Plädoyer dagegen zu
[00:40:49] Hajo Sandschneider: Nein, nein nein, nein aber…
[00:40:50] Thomas Wetzlar: hat nur bei mir persönlich was gemacht, es war
[00:40:52] Hajo Sandschneider: genau, es hat mit dir persönlich was gemacht und das ist ja auch in Ordnung und du hast ja erkannt und hast gegengesteuert und wolltest segeln gehen, hast du gesagt. Und was ist dann passiert?
[00:41:01] Thomas Wetzlar: damaliger Co-Pilot der wollte eigentlich ganz gerne auf Piloten sitzen, dann habe ich gesagt, Mensch Sebastian, das wäre jetzt eine super Gelegenheit, also wenn du das gerne machen möchtest dann now or never. es gab also einen guten Übergang und danach gab es noch weitere Finanzierungsrunden. Also auch nachdem ich dann ausgestiegen war, ging es da entsprechend weiter.
Also das war jetzt für das Unternehmen sicherlich jetzt auch nicht das Schlechteste, sondern es war ein guter Schritt nach vorne, um da entsprechend auch einen Übergang zu ermöglichen. Genau, und dann wollte ich eigentlich segeln gehen. richtig einmal um die ganze Welt, wie ich das am allerliebsten machen würde, geht mit kleinen Kindern nicht.
Also meine beiden jüngsten Söhne sind jetzt elf und dreizehn die waren zu dem Zeitpunkt, jetzt ziehen wir mal zwei Jahre ab, dann waren die neun und elf oder waren acht und zehn. Da kann man natürlich jetzt nicht einfach auf ein Boot steigen und sagen, ich bin da mal ein Jahr unterwegs. Aber der Lippesee hier bei uns in Paderborn, der hätte mir auch schon gereicht oder ich hätte
[00:41:52] Hajo Sandschneider: mh, mh mh.
[00:41:53] Thomas Wetzlar: oder auf dem Eiselmeer segeln gehen können.
Ich hätte jetzt also nicht gleich die ganz große Tour machen. Ja, Aber es hat sich leider nicht erfüllt, denn es passierte Folgendes und zwar hat sich Wirklich unmittelbar, nachdem ich für mich eigentlich den Entschluss gefasst hatte, dass ich aussteige und dass ich ein Jahr lang wirklich mal mir Zeit nehmen wollte, um mich wieder ein bisschen zu sortieren, der Geschäftsführer der Schule meiner Kinder aus, krankheitsbedingt.
Und das habe ich deswegen aus nächster Nähe mitbekommen, weil ich im Vorstand des Fördervereins sitze und die Schule also auch aus einer ehrenamtlichen Rolle heraus über viele Jahre hinweg vorher schon begleitet habe und also auch in vielen Prozessen da mitgewirkt habe. Und als dann plötzlich der Geschäftsführer ausfiel, also meine Kinder besuchen hier eine Waldorfschule in Paderborn, das sind Schulen, die auch traditionell durch eine starke elterliche Mitwirkung entsprechend auch leben und sich auszeichnen. Und als der Geschäftsführer dann krankheitsbedingt ausfiel ich da und dachte, oh wei oh wei wer füllt denn jetzt diese Lücke und war durchaus ein bisschen wildes Fahrwasser, was auch so im regulatorischen Umfeld auch nicht ganz unnötig Unüblich ist. Und habe dann gesagt, okay, vielleicht kann ich euch hier und da und dort ein bisschen unter die Arme greifen.
Ich habe gerade Zeit. Das war Januar Februar März Das war jetzt auch nicht so super Segelwetter. Also habe ich gesagt ich habe ein bisschen Zeit und kann ein bisschen mit anpacken. Ja, und dann ist das eskaliert. Dann war ich wirklich in kürzester Zeit, war ich der zentrale Ansprechpartner für alle kaufmännischen Fragen der Schule. Und schwuppsdiwupp saß ich in der Schulleitung. Ohne jemals Lehrer gewesen zu sein.
[00:43:19] Hajo Sandschneider: Wirklich in der Schulleitung. Also, okay.
[00:43:28] Thomas Wetzlar: bilden gemeinsam das Schulleitungsgremium und in dem saß ich plötzlich mit drin und habe also alle wesentlichen Entscheidungen dieser Schule mitgeprägt. das war insbesondere unter kaufmännischen Gesichtspunkten eine ganz, ganz ganz spannende Erfahrung. Und was ich daraus gelernt habe, und du fragtest ja eben, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, was ich daraus eigentlich mitgenommen habe und was mir daran so gut gefallen hat war Ich glaube, ich war noch nie zuvor, und das hat mich bis heute beeindruckt mich das sehr, mich hatte vorher noch nie zuvor jemand in einem beruflichen Kontext als Mensch gesehen, sondern
[00:44:02] Hajo Sandschneider: Okay.
[00:44:02] Thomas Wetzlar: nur als Asset gesehen, als Maschine die irgendwas erledigt und die irgendwas macht und da schmeißt du oben was rein und unten kommt was raus.
[00:44:09] Hajo Sandschneider: Boah wie, also das ist ein interessantes Statement aber wie, also das wird ja ein Erkenntnismoment gewesen sein. Wie hat sich das angefühlt dann, ach, das geht auch irgendwie so eine Art Moment wird es ja gewesen sein, nimm uns da mal mit rein. Dass du jetzt hier so lapidar sagen kannst, das erste Mal nach, ich weiß nicht, 20, 30 Jahren wurde ich als Mensch gesehen.
Also woran hast du das gemerkt?
[00:44:33] Thomas Wetzlar: Also im ersten Moment war ich natürlich irritiert. So alles wird in größeren Runden besprochen. Es gibt also nie diese kleinen Zirkel, wo zwei Leute sich zusammenhocken und entscheiden jetzt, wo es lang geht, wie man das aus einem Unternehmen kennt, wo es im Zweifel halt irgendwann Richtung Spitze werden.
Es sind halt immer weniger Menschen, die Entscheidungen treffen, sondern in so einer Waldorfschule trifft man Entscheidungen eigentlich gemeinschaftlich. Und man versucht nach diesem Prinzip einer Null-Hierarchie zu arbeiten, in der es also keinen klassischen Vorgesetzten gibt, sondern jeder halt in seiner Funktion eine gewisse Verantwortung trägt. Aber man arbeitet eben sehr stark auf Augenhöhe miteinander und ist eigentlich darauf bestrebt, das Ganze möglichst hierarchiefrei zu lösen. Das klappt nicht immer und es gibt auch eine Hierarchie aber im gelebten Alltag versucht man davon eigentlich keinen Gebrauch zu machen. befremdlich ich das anfangs fand und das Gefühl hatte, das ist überhaupt nicht effektiv wie hier gearbeitet wird, weil hier viel zu viel.
Ressourcen gebunden werden und es kommt eigentlich viel zu wenig dabei rum. Erkannte ich relativ zügig ich durchaus auch für erstrebenswert halte, nämlich in dem Moment, in dem Entscheidungen gemeinsam erarbeitet werden und dann auch gemeinsam getroffen werden, gibt es eine ganz andere intrinsische Motivation, auch eine getroffene Entscheidung auch gemeinschaftlich umzusetzen.
Und das ist etwas, was man aus einem klassischen Unternehmenskontext so eher nicht kennt. Ich sage jetzt nicht, dass das nie stattfindet aber so wie in der Waldorfschule in der Ausprägung habe ich das nicht erlebt. Und da ging es plötzlich eben nicht mehr nur darum, dass ich diese Maschine war, wo man oben was reinschmiss und dann ratterte es und unten
[00:45:57] Hajo Sandschneider: Hm.
[00:45:58] Thomas Wetzlar: raus, sondern plötzlich ging es darum, gemeinsam um die besten Lösungen zu ringen
[00:46:03] Hajo Sandschneider: Hm.
[00:46:04] Thomas Wetzlar: jeder im Prinzip das, was er an Erfahrung hatte und Wissen hatte, einbrachte und da entsprechend einen Beitrag leistete, das große Ganze nach vorne zu bringen.
Und das hat mir einfach unglaublich gut gefallen.
[00:46:14] Hajo Sandschneider: Ja, finde ich spannend, weil tatsächlich einer der, ich glaube mit der häufigste Satz oder bestimmt unter den Top 5 von den Sätzen die ich im Trainingsraum immer und immer und immer und immer wiederhole ist, Wessen Idee, die ist dem Menschen die Liebste. Natürlich immer die eigene. Aber es muss ja nicht die originäre eigene sein, es darf ja auch eine sein, die im Zusammenhang entsteht und gemeinschaftlich entsteht aber dann gibt es eben auch dieses Buy-in-Commitment muss man nicht mehr dann befehlen sondern es passiert.
Das braucht ein bisschen mehr Zeit und das braucht halt wirklich die Bereitschaft hinzuhören, hinzusehen, den Menschen zu sehen, aber bringt am Ende sehr, sehr sehr viel mehr Energie mit, weil dann eben die Widerstände nicht passiv-aggressiv ausgelebt werden müssen. Finde ich spannend, dass du das da in dem Kontext…
So erfahren hast. So, ich hatte dich ja eigentlich nicht gefragt, was hast du gelernt und mitgenommen, sondern welche Parallelen siehst du. Aber nach der Erfahrung, wie gehst du jetzt damit um, wo du nicht mehr im Sabbatical bist, sondern dich wieder in einer Angestelltenposition befindest auch nicht Geschäftsführer, wo du von oben regieren könntest, wo du nach oben berichten darfst Und du hast ja schon gesagt, dass es dir lieber ist, dass du die Menschen dahin bewegst, dass sie das für sich Richtige tun, also nach unten hin die Führungsräume gestaltest.
Was machst du mit der Erkenntnis die du da gesammelt hast und der Erfahrung?
[00:47:37] Thomas Wetzlar: Das ist eine spannende Frage. Also ich habe, als ich bei FIDLOCK anfing das war im Januar 24, kam ich ja noch ganz frisch geprägt aus dieser Erfahrung. Also mir war die ganze Zeit immer klar, ich habe das Jahr 23 zur Verfügung, um mein Sabbatical zu machen und ab 24 beginnt mein normales Leben wieder. Also ich wollte mir also Zeit nehmen, herauszufinden, was will ich eigentlich in Zukunft gerne machen und was ist eigentlich der nächste Schritt, weil ich wollte nicht in die Beratung zurück.
Ich wollte nicht mehr als Söldner arbeiten, sondern ich wollte gern Teil einer Idee werden und nicht mehr das Instrument. Und das allererste, was ich machte war, dass ich dachte, Mensch, diese Art Und Weise, Entscheidungen gemeinsam zu treffen, die ist doch super gewesen. Das führen wir hier jetzt auch erstmal ein. Oh, da gab es ganz große Irritationen Die Idee, Entscheidungen gemeinsam zu treffen, fanden alle super. Und das Problem ist nur, dass es ohne Eigenverantwortung ja nicht geht. Und ich finde, dass zu dem Recht, eine Entscheidung zu treffen, die auch andere beeinflusst, gehört auch immer, dass man die Verantwortung für diese Entscheidung letztlich übernimmt. Und daran hapert es dann oft. Das heißt also, wenn ich jetzt frage, wollen wir die Entscheidung gemeinsam treffen, dann schreien alle ja Und wenn ich dann sage, okay, und wer ist bereit, dann auch persönlich die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass das? Dann auch gut geht, ohne dass man jetzt irgendwie spezifiziert was heißt eigentlich persönliche Verantwortungsübernahme kann ich ja gar nicht delegieren.
Die Verantwortung, die mir gegeben wird, die kann ich ja nur begrenzt ins Team delegieren. Aber selbst die abstrakte Frage danach, wer ist denn bereit, auch die Verantwortung für die Entscheidung zu übernehmen, dann wird es plötzlich einsam. Und das hat dazu geführt, dass ich gemerkt habe, dass so schön und charmant diese Idee auch war und so gut mir das dort auch gefiel in der Waldorfschule, nicht alles von dem, was in so einem stark auch ein bisschen ideell geprägten Umfeld möglich ist, ist in der Berufswelt 1 zu 1 umsetzbar.
Aber ich bemühe mich trotzdem darum, Dinge gemeinschaftlich in der Gruppe zu diskutieren und gemeinschaftlich auch zu überlegen, was wäre die beste Lösung und das idealerweise nicht alles alleine zu entscheiden.
[00:49:43] Hajo Sandschneider: Und da gehört ja auch ein bisschen die Ich nenne es jetzt einfach mal Demut dazu, dass nicht nur, weil es zwischen meinen eigenen Ohren entstanden ist, die Idee, das muss ja gar nicht die beste sein. Es kann schon sein, dass das die beste ist. Für mich fühlt sich das im ersten Moment auch oft so an. Aber offen zu sein für andere Ideen ist es es.
Und ich habe ja sehr viel Erfahrung in der agilen Ecke gesammelt. Und da gab es dann irgendwann diesen schönen Slogan, auch Selbstmanagement braucht Führung. Und genau so ist es. Ich mag das, wenn Gruppen selber sich ihre Abläufe, Arbeitsweisen was auch immer gestalten können. Aber das Ganze darf natürlich im Gesamtorganisationskontext eingebettet sein.
Und meistens braucht es dann doch irgendwie eine Art von Struktur von sonst irgendwas. Und der Teil darf dann immer wieder individuell sein. Aber Thomas, ich höre raus dass du ein bisschen… Die Haltung mitgenommen hast, auch wenn du es nicht jeden Tag eins zu eins in jeder Minute so leben kannst, sondern dass du bereit bist hinzuhören, den Menschen Gestaltungsspielräume zu geben, aber eben dann doch Sorge trägst, dass es auch ohne freiwillige Meldung vorangeht Ist das richtig?
[00:50:51] Thomas Wetzlar: es ist natürlich auch so, und das gehört natürlich auch ins Bild, dass ich natürlich jetzt nicht der einzige Weise hier bin, der weiß, wie es läuft, sondern auch ich mache natürlich Fehler und auch ich biege falsch ab. Und wenn wir jetzt dieses Gespräch mal mit meiner gesamten Abteilung führen würden, dann würde es dann mit Sicherheit welche geben, die aufspringen und sagen würden, was für ein Unfug der da erzählt, stimmt ja alles überhaupt nicht, der macht das doch ganz anders.
Also ich glaube, das hängt auch immer sehr stark von so einer individuellen Wahrnehmung ab und ich glaube, man darf das nicht so verallgemeinern. Ich glaube, das, was wir besprochen haben, ist eher das hehre Ziel und das ist das, worauf es hinauslaufen sollte. Aber es lässt sich aus unterschiedlichen Gründen nicht immer alles eins zu eins wie die reine Lehre auch entsprechend dann im Tagesgeschäft umsetzen.
Ich glaube, das ist auch ein Teil der Wahrheit.
[00:51:31] Hajo Sandschneider: Ja, stimmt. Und ich behaupte nicht, dass ich das, was ich im Trainingsraum predige auch immer lebe. Was ich behaupten kann und was ich auch wirklich versuche, die Intention ist immer gesetzt. Und dann passiert manchmal das Leben und auch ich bin nur ein Mensch und habe ein Nervensystem. Und ich würde mir schon zusprechen, dass ich da auch wirklich versuche, wann immer es gelingt, das Wasser zu trinken was ich predige und nicht dann den Wein.
Und ja, manchmal trinke ich auch Wein. Das lässt uns ja auch irgendwie menschlich sein.
[00:52:04] Thomas Wetzlar: Auf jeden Fall Außerdem haben wir uns bei einem Glas Wein kennengelernt Also ich glaube,
[00:52:08] Hajo Sandschneider: Das stimmt.
[00:52:09] Thomas Wetzlar: wir beide zu schätzen.
[00:52:10] Hajo Sandschneider: Das stimmt. Einen kurzen Schwenker nochmal. Sales ist ja immer sehr vertrieblich sehr zahlenmäßig orientiert Und da geht es ja dann auch irgendwie um Geld. Nennen wir es jetzt mal nicht Geld, sondern die wirtschaftliche Denkweise Du hast ja schon gesagt, dass du dir mal ein Jahr gegönnt hast, um… Zu schauen, was dir wirklich im Leben wichtig ist.
Aber die wirtschaftliche Denkweise wie hat sie sich im Lauf deiner Karriere, nenne ich jetzt mal wirklich, also im, ich sage jetzt mal Erwachsenenleben, wie hat sich das verändert? Was ist dir heute wichtig? Was war dir mal wichtig? Und wo gab es da auch bestimmte Widersprüche zu dem, wie es früher war, wie es heute war oder wie es in der Gesamtgesellschaft ist?
[00:52:52] Thomas Wetzlar: Also ich bin, ich komme aus einem Elternhaus, in dem Geld jetzt kommt Keine so große Rolle spielte, also nicht, weil es so übermäßig vorhanden war, sondern weil meinen Eltern andere Dinge wichtiger waren. Mein Vater war sein ganzes Leben lang an der Universität tätig in der Lehre und meine Mutter war viel zu Hause und wir haben ein tolles und schönes Leben gehabt, aber es ging also nie wirklich jetzt um Materielles, um Monetäres, das spielte eigentlich keine Rolle.
Also wir hatten ein vernünftiges Leben, aber so irgendwelche extravaganten Spinnereien die gab es bei uns zu Hause nicht. Jetzt bin ich natürlich auch ein Kind der 70er späten 70er, 80er da war die Welt vielleicht auch noch ein bisschen eine andere, als sie das heute ist?
Wir hatten ja noch kein Instagram und sowas, wo jetzt auch Wünsche geweckt worden wären.
Aber es gab einen Moment und der hat tatsächlich was verändert und zwar habe ich als Junge, also ich durfte nicht viel Fernsehen gucken, eigentlich haben wir gar kein Fernsehen geguckt zu Hause, aber es gab mal einen Moment. Ich kann das gar nicht mehr Ich mehr richtig beschreiben wo das herkam, aber ich habe die Szene noch sehr genau vor Augen, da sah ich eine Szene aus Dallas. Riesenweiße Villa auf so einem Hügel, wo so ein Porsche vorfährt und so alles so groß, laut, flamboyant. da weiß ich noch, dass ich zu meinem Vater sagte, so möchte ich auch mal leben. Und der guckte der mich, total schlauer Mann, ein unglaublich schlauer Mann, guckte der mich damals an und sagte, Thomas, das schaffst du nie.
[00:54:11] Hajo Sandschneider: Ah, okay.
[00:54:13] Thomas Wetzlar: was den geritten hat, so einen Unfug zu erzählen. Auf jeden Fall hat das in mir dafür gesorgt, dass ich auf einmal kein Naturwissenschaftler mehr werden wollte, sondern gedacht habe, weißt du was, dir zeige ich es.
[00:54:21] Hajo Sandschneider: Und dann danke Papa irgendwann?
[00:54:25] Thomas Wetzlar: Und ja, also ich meine, er kann sich ja den Moment gar nicht erinnern Ich glaube, ich habe es ihm seitdem hundertmal rekapituliert. Ich glaube er sitzt jedes Mal vor mir und sagt, ne Thomas, ich kann mich daran überhaupt nicht erinnern. Aber das liegt auch daran, dass es, dass ihn sowas halt auch nicht sonderlich interessierte und dass er da vielleicht das auch nicht richtig abgespeichert hat.
Aber ich hatte dann damals zumindest, habe ich dann gedacht, weißt du was, dir zeige ich es jetzt erst recht. muss aber sagen, heute, ich bin jetzt 46, mit dem Blick von heute würde ich sagen, Ist Geld zwar irgendwie eine Richtschnur anhand der man Erfolg ein Stück weit messen kann und ein gewisser Lebensstil den man sich irgendwie angedeihen lässt, der macht auch Spaß. Aber ich gehöre jetzt nicht zu den Leuten, die es vermissen für 2000 Euro Rotwein auf Sylt zu trinken. finde das toll, wenn Menschen das machen. Ich gönne das auch jedem und ich freue mich auch für jeden, der Spaß daran hat und es sich leisten kann. Aber das wäre für mich jetzt nichts, was mich jetzt motivieren würde, irgendwas an meinem Leben fundamental zu verändern, damit ich auch das haben könnte.
[00:55:27] Hajo Sandschneider: Hm. Naja. Also ich sehe es ähnlich wie du, ich mache dann immer noch den Einschub hinzu, wenn sie selbst dafür gearbeitet haben oder verdient haben, im weitesten Sinne, was auch immer.
[00:55:39] Thomas Wetzlar: Ja, ich bin frei von, also ich muss sagen, da kann ich mich schon davon freimachen, ich gönne es jedem, egal wo das Geld herkommt, aber ja klar, den größeren Respekt kann man für jemanden aufbringen, der es selbst verdient hat. Aber da wäre ich jetzt gar nicht
[00:55:53] Hajo Sandschneider: Okay, ja.
[00:55:55] Thomas Wetzlar: mich würde es nicht motivieren, jetzt die extra Meile zu laufen, damit ich auch die 2000 Euro Flasche Rotwein trinken kann, das heißt nicht, dass Geld deswegen keine Rolle spielt, sondern wir wollen alle irgendwie, haben irgendwie einen Kleidungsstil dem wir folgen oder wir mögen bestimmte Möbel oder wir mögen bestimmte Urlaube oder wir wollen gerne in bestimmten Ecke, in einer bestimmten Art wohnen, das sind Ja.
auch alles Dinge, die letztlich Geld kosten und für die wir natürlich auch arbeiten.
[00:56:18] Hajo Sandschneider: Ja also ohne Geld geht es in unserer heutigen Gesellschaft nicht bei allem Idealismus, ist halt die Frage ab von uns. Ich habe ja dich nach deiner Meinung gefragt, die muss ja gar nicht selber was sagen.
Okay, das war aber zusammengefasst originärer Antrieb ja und jetzt festgestellt, noch mehr ist gar nicht noch mehr Befriedigung, sondern es hilft halt ein angenehmes Leben zu haben.
[00:56:42] Thomas Wetzlar: möchte mich auch weiterentwickeln. Ich bin jetzt 46, also ich habe wahrscheinlich noch, so wie es aussieht, noch deutlich mehr als 20 Jahre vor mir, je nachdem wie die Dinge sich entwickeln. Ich habe aus vielen Gründen Interesse daran, mich weiterzuentwickeln. Persönlich, fachlich, professionell, monetär.
Ja natürlich würde ich jetzt auch sagen, ich muss jetzt nicht da stehen bleiben, wo ich heute stehe für die nächsten 20, 30, 40 Jahre, sondern das darf auch noch mal eine Veränderung nehmen. Aber es ist halt kein Selbstzweck sondern ich glaube, das eine folgt immer ein Stück weit dem anderen und ich würde jetzt rückblickend sagen und auch wenn ich so auf meine lange Selbstständigkeit zurückdenke und zum Teil habt ihr auch Jahre gehabt, in denen es ganz, ganz hervorragend lief und in denen ich wirklich sehr, sehr viel Geld verdient habe, Würde ich rückblickend sagen, dass das alleine ja keine Zufriedenheit stiftet sondern das Gesamtpaket muss stimmen und das muss ausbalanciert werden.
Und jetzt kann man natürlich gucken, Gen Z ist uns da vielleicht viel weiter, wenn die sagen, Work-Life-Balance spielt auch eine große Rolle, hätte ich auch ein paar Gedanken
[00:57:43] Hajo Sandschneider: Ja.
[00:57:45] Thomas Wetzlar: dem Thema. Aber ich glaube, so ganz von der Hand zu weisen ist das nicht und es nur aufs Geld zu reduzieren, so wie es mein Dallas-Impuls damals auch irgendwo Ja, ausdrückte, ich glaube, das ist der falsche Weg.
[00:57:55] Hajo Sandschneider: Ja, das Thema Gen Z ist spannend, machen wir heute nicht auf, weil ich mag das, dass wir eben nicht uns kaputt arbeiten und das Leben nicht genießen, aber nur noch das Leben genießen und nicht mehr arbeiten. Irgendwo dazwischen wird die Wahl sein. Aber finde ich spannend. So, dann würde ich auch sagen, Blick auf die Uhr.
Ich schaue auf die Abschlussfragen die ich ja jedem stelle und so jetzt auch dir, Thomas. Was weißt du heute, was du gerne auch ein paar Jahre eher gewusst hättest? Also wenn du anders formuliert dein jüngeres Ich, welchen Tipp würdest du dir mitgeben? Welche Weisheit? Welche Einsicht?
[00:58:33] Thomas Wetzlar: Hm, machen ist wie reden, nur krasser.
[00:58:39] Hajo Sandschneider: Mag ich. Machen ist wie reden, nur krasser. Sehr gut. So jetzt hast du ja ein bewegtes Arbeitsleben oder auch Leben hinter dir und jetzt geht es mir gar nicht so sehr um das Arbeitsleben, sondern ich mag diese, ich nenne sie Aha-Momente Für mich sind das häufig Kalendersprüche, können auch Bücher sein, kann Podcast sein.
Drei von den Dingern, wo du sagst da hat irgendwas mit mir gemacht, da ist was hängen geblieben das hat irgendwie einen Einfluss auf mein Leben gehabt. Gibt es da sowas?
[00:59:09] Thomas Wetzlar: Ja, würde ich sagen, also was mich an Fachliteratur auch unlängst sehr begeistert hat, ist Frederic Lalloux, Reinventing Organizations, der sich, und das hat sich ein Stück weit parallel ergeben, gar nicht mal aufbauend, der sich mit modernen Organisationsformen auseinandergesetzt hat und im Grunde genommen diese Idee dieser Null-Hierarchie, wie ich sie eben aus der Waldorfschule schilderte, eben auch für moderne Organisationen mal interpretiert hat.
Und eben schildert in seinem Buch, wo eben auch Organisationen ursprünglich mal herkamen, von dem Typen mit der Keule über den Papst oder den König bis hin eben zu eher dezentral organisierten Strukturen. Frederic Lalloux war bei McKinsey lange Zeit, ich glaube war Partner in Frankreich, wenn ich es richtig in Erinnerung habe.
Tolles Buch geschrieben, kann ich jedem nur empfehlen.
[00:59:58] Hajo Sandschneider: Hast du die grafische Variante gelesen oder die wirklich diesen Schinken?
[01:00:03] Thomas Wetzlar: ich habe die Kinderbuch-Variante gelesen, die mit den vielen Bildern drin. Also das ist DIN A4, Nein, nicht
[01:00:08] Hajo Sandschneider: Nein, die ist großartig.
[01:00:11] Thomas Wetzlar: so ein DIN A4-Format, ein bisschen kleiner war es, glaube ich und dann mit vielen Zeichnungen und Illustrationen drin. Aber ich fand es richtig gut.
[01:00:17] Hajo Sandschneider: Ja, ich finde es auch großartig.
[01:00:20] Thomas Wetzlar: Was mich sehr berührt hat, auch angesichts unserer sehr düsteren deutschen Geschichte, wenn man jetzt mal sich erlaubt mal 80 Jahre in die Vergangenheit zu gucken. Ich habe von Jonathan Letell die Wohlgesinnten gelesen, schon vor vielen, vielen Jahren. Es ist aber ein Buch, das mich nicht losgelassen hat seitdem. Und das die Geschichte eines Juristen in der Weimarer Republik beleuchtet der eben im aufkommenden Oder in der späteren Weimarer Republik, der im aufkommenden Nationalsozialismus dann sich der SS anschließt und dann dort ein SS-Offizier wird und diese Untaten, die da verübt wurden, aus der Täterperspektive beschreibt, aus der Perspektive eines feingeistigen, Kunst- und Literaturschätzenden promovierten Juristen, der da ganz technokratisch im Prinzip von seinem Tagewerk berichtet.
Und es ist eine Monstrosität, ist dieses Buch nicht zu überbieten und ich glaube, dass wir angesichts vieler Dinge, die in der Welt geschehen gut beraten sind, einen wachen Blick dafür zu bewahren, welche Ungeheuer auch in unserer Gesellschaft mal schlummerten und wir sollten tunlichst aufpassen, sie nicht wieder aufzuwecken.
[01:01:30] Hajo Sandschneider: Oder zu glauben, dass es heute nicht mehr möglich wäre.
[01:01:33] Thomas Wetzlar: Oder das, genau, so ist es.
[01:01:35] Hajo Sandschneider: Das ist mal ein ganz anderer Tobak. Habe ich tatsächlich noch nie gehört. Ich habe eine Idee, was ich gleich mal mache, wenn wir hier fertig sind.
[01:01:43] Thomas Wetzlar: es ist schwere Kost. Also ich muss sagen, ich finde, ist ein Buch, ich erzähle jetzt davon, das ist Ja,
nicht vorbereitet, gerade
[01:01:49] Hajo Sandschneider: okay. Hast du noch ein drittes?
[01:01:59] Thomas Wetzlar: letzte ist, ich lese gerade ein Buch, Der verschenkte Sieg über einen Segler, der die Vorstufe oder eine frühe Form der Vendée Globe gesegelt ist, also eine Weltumrundung, eine Einhand- und Weltumrundung, Weltumsegelung und der also auf dem Weg zurück ins, auf dem Weg zurück in den Zielhafen, kurz bevor er dort ankam und ein Riesenpreisgeld auf ihn wartete und er wusste auch schon, dass er gewonnen hatte, für sich beschloss dass seine Reise Reise noch nicht zu Ende war und setzte einen neuen Kurs und segelte einfach davon.
[01:02:33] Hajo Sandschneider: Ja, ich glaube, das lassen wir mal stehen. Sehr cool, sehr cool. So, Thomas, du hast ja gerade schon gesagt, was du gerade liest. Was lernst du gerade selber noch, was du noch nicht so gut kannst?
[01:02:47] Thomas Wetzlar: Hm, also was mir ganz besonders gut gefällt, ist die asiatische Küche, insbesondere die chinesische Küche und zwar nicht das, was wir hier aus dem ansässigen China-Restaurant kennen, sondern die Küche wie sie auch dort vor Ort kredenz wird, die sehr einfach und sehr pur ist in ihrer Zusammensetzung. Und meine Schwester hat da eine große Leidenschaft für und die nimmt mich dann hin und wieder mal huckapack mit und das macht mir also große Freude, ihr da zu assistieren und da zuzugucken und mir erklären zu lassen, wie das alles geht. Südkoreanische Küche, das Gleiche also ganz, ganz spannend. Das ist eine Sache, mit der ich mich gerade beschäftige. Und jetzt bin ich allerdings ein bisschen ins Hintertreffen geraten, weil ich doch die letzte Zeit etwas abgelenkt war. Ich Habe in der Schule damals mich für Latein entschieden, aus so einer Leidenschaft für die Römer und weil ich dachte, dass das irgendwie auch das Richtige wäre und weil mir alle sagten Mensch, wenn du Latein kannst, dann kannst du.
Jede romanische Sprache. Eine
[01:03:39] Hajo Sandschneider: Habe ich auch schon mal gehört.
[01:03:40] Thomas Wetzlar: Geschichte, die man halt so Kindern erzählt, die noch keine Ahnung von irgendwas haben. Wobei, man muss sagen, ich habe Italienisch gelernt, Autodidaktisch das hätte ich wahrscheinlich nicht gekonnt, wenn ich nicht vorher die Lateingrundlage gehabt hätte.
Aber worauf ich hinaus möchte, ist, ich habe angefangen mit Rosetta Stone, mich wieder ein bisschen dem Französischen zu nähern und war da auch eigentlich schon ganz gut vorangeschritten. Dann ich jetzt aber einige Monate lang nichts mehr gemacht und hatte mir eigentlich jetzt über die Weihnachtstage und Silvester vorgenommen, doch meinen Französischunterricht wieder aufzunehmen, weil ich glaube, dass die deutsch-französische Freundschaft insbesondere von gegenseitigem Verständnis lebt.
Und wenn ich beim Erlernen der italienischen Sprache eins gelernt habe, dann, dass der Zugang zu einer Kultur und zu einem Mindset eben auch über die Sprache geht. Und da
[01:04:27] Hajo Sandschneider: Absolut, ja.
[01:04:28] Thomas Wetzlar: Beziehung unserer Länder ganz wichtig finde, möchte ich auch gerne Französisch sprechen.
[01:04:32] Hajo Sandschneider: Also rein persönlich sozialer Aspekt nichts berufliches. Finde ich auch spannend.
[01:04:42] Thomas Wetzlar: ja, selbst die Franzosen sprechen heute Englisch Also ich glaube, mit Englisch kommt man mittlerweile auf der ganzen Welt zurecht. ich mag die Sprache gerne, ich finde es kulturell spannend, aber wenn man sich in Frankreich aufhält, kann es auch nicht schaden Französisch zu sprechen.
Also ich kann mir irgendwo was zu trinken bestellen, ohne mich restlos zu blamieren aber dann hört es auch auf.
[01:05:01] Hajo Sandschneider: Ja und es geht eben auch, also für mich geht es dieses kulturelle Verständnis, es geht halt wirklich über die Sprache. Wie ist es, wie fühlt es sich an? Also jetzt ist es aus Gründen bei mir Frankreich nicht, aber auch andere Länder, andere Kulturen, die erschließen sich halt über die Sprache, wenn man sich in die Denkwelt hineinlassen kann.
Und häufig gibt es da ja dann auch nochmal die Schriftsteller die die Kultur mitgeprägt haben. Das liest sich ja im Original auch nochmal anders. Ja, spannend. Spannend.
Ob sie es wissen oder nicht als Vorbild, als Mentoren dienen, ich nenne sie ja ganz gerne die einfach erfolgreichen Menschen. Also wenn ich durch deine Thomas-Brille schaue, welche Personen würden mir als einfach erfolgreich vorkommen und wenn sie leben oder auch wenn sie tot sind, aber wer ist einfach erfolgreich und dürfte auch hier im einfach erfolgreich Podcast mal als Gast eingeladen sein.
[01:06:10] Thomas Wetzlar: Also zuvor, das glaube ich eine ganz, ganz inspirierende Geschichte hat der Joachim Fiedler zu erzählen Das ist der Gründer von Fidlock. Der ist ein gefeierter, wirklich ein weltweit gefeierter Konzertcellist, der auf den größten Bühnen dieser Welt gespielt hat und der, um seinen Cello-Bogen in seinem Cello-Kasten fixieren zu können, ohne seinen Cello und seinen Cello-Bogen dabei loslassen zu müssen, versehentlich… Eine Produktinnovation gestartet hat, die hunderte Millionen Verschlüsse jetzt schon in die Welt gebracht hat. Alleine das macht ihn zu einem ganz spannenden Gesprächspartner. Darüber hinaus ist er unglaublich klug und total spannend.
[01:06:45] Hajo Sandschneider: Sehr cool.
[01:06:46] Thomas Wetzlar: muss ich sagen, wen ich sehr, sehr spannend finde, wer mir sehr gut gefällt, ich politisch ganz anders aufgestellt bin, ich bin ein Liberaler, aber wer mir sehr gut gefällt, ist Gregor Gysi.
Ich finde das ist ein ganz toller Typ und mit dem würde ich auch gerne mal ein Abendessen irgendwo verbringen oder ein Mittagessen meinetwegen auch. Ist mir egal. Wobei eine Flasche Rotwein mit dem könnte ich mir auch gut vorstellen.
[01:07:06] Hajo Sandschneider: mhm.
[01:07:20] Thomas Wetzlar: mich hat eine Kandidatur unglaublich bewegt dieses Jahr und das war die Bürgermeisterwahl in Paderborn. Da kandidierte der Frank Wolters war sozusagen der Wirtschaftsminister des vorangegangenen Bürgermeisters, der war der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung in Paderborn, also das war eigentlich sein Titel. Der hat sich dann in der Nachfolge von Herrn Dreyer als Bürgermeisterkandidat beworben für die Grünen, macht aber eine sehr bodenständige sehr wirtschaftsnahe Politik und ein unglaublich guter Typ, total sympathisch und hat in Paderborn, was tiefschwarz ist, tief, tief, tiefschwarz. Also wir hatten hier glaube ich auch mal Zeiten, da hatten wir 65 Prozent CDU bei Wahlen am Ende auf dem Zettel stehen. der es geschafft, den CDU-Kandidaten den Herrn Strate, der jetzt auch unser Bürgermeister geworden ist, in die Stichwahl zu zwingen und hat also auch die Stichwahl ich glaube mit 47 zu 53 Prozent dann letztlich verloren. Aber ein toller Typ und ich glaube, der wäre auch ein guter Gesprächspartner für dich lieber Hajo.
[01:08:23] Hajo Sandschneider: Spannend spannend ja, also zwei politische Namen finde ich spannend
[01:08:31] Thomas Wetzlar: Und beides keine Liberale.
[01:08:33] Hajo Sandschneider: Und als du Gregor Gysi gesagt hast, ich dachte, was kommt denn jetzt, also wer mich kennt, also es ist jetzt nicht meine politische Heimat aber tatsächlich fand ich das super spannend, da dran zu kommen. Ich habe gerade eine Idee bekommen, Thomas.
Also Kommunikation kann der, ne?
[01:08:52] Thomas Wetzlar: Was mir bei Gregor Gysi gut gefällt, ist, dass er die Dinge, die da sind gut ergreifen, gut analysieren und gut beschreiben kann. Die Lösungen die er dann vorschlägt, die gefallen mir nicht. Aber das Problemstatement da gehe ich mit.
[01:09:15] Hajo Sandschneider: Naja und er bringt es halt irgendwie auch auf den Punkt formuliert, ne?
[01:09:19] Thomas Wetzlar: Genau.
[01:09:20] Hajo Sandschneider: gut.
[01:09:20] Thomas Wetzlar: das auf eine gute Art. Ich muss sagen, ich hätte auch einen Christian Ströbele, der bei den Grünen lange unterwegs war und hat Ja.
nun auch RAF-Terroristen verteidigt Das sind ganz viele Dinge, die mir
[01:09:28] Hajo Sandschneider: Ja,
[01:09:29] Thomas Wetzlar: Wobei ich sagen würde, in einem Rechtsstaat verdient jeder eine Rechtsberatung.
[01:09:33] Hajo Sandschneider: Ja,
[01:09:33] Thomas Wetzlar: hätte ich wahrscheinlich gewählt, obwohl er mir politisch ferner ist als wahrscheinlich jeder andere Politiker, der damals zu seiner Zeit lebte. Aber es wäre jemand gewesen, von dem ich gesagt hätte, so ein Christian Ströbele, der muss in den Bundestag sitzen, der muss mit dabei sein und den hätte ich wahrscheinlich auch entgegen meiner originären politischen Überzeugung alleine deshalb
[01:09:50] Hajo Sandschneider: spannend, spannend. So, jetzt haben wir dich ein bisschen kennengelernt. Wir haben auch festgestellt dass wir dich noch nicht in allen Facetten kennengelernt haben. Ein paar Abzweige haben wir genommen, ein paar haben wir für eine andere Episode übrig gelassen. Wer jetzt mehr von dir wissen möchte oder von mir aus auch von deiner Firma, wo schicken wir ihn hin, lieber Thomas?
[01:10:12] Thomas Wetzlar: Also man findet mich bei LinkedIn. Das ist das einzige soziale Netzwerk, auf dem ich mich tatsächlich einigermaßen verlässlich aufhalte. Alle anderen Profile sollten eigentlich weg sein. Manchmal ist man sich da nicht so sicher, dann löscht man was und dann kommt es wieder irgendwann.
[01:10:28] Hajo Sandschneider: Ja.
[01:10:28] Thomas Wetzlar: eigentlich ist LinkedIn das Portal, in dem man mich
[01:10:31] Hajo Sandschneider: Okay, dann packen wir da auch nochmal einen Link hin in die Show und dann können die Menschen Kontakt aufnehmen. Sehr schön. Und es darf natürlich nicht fehlen, wenn es das denn gäbe dieses einfache Erfolgreich-Rezept, dieses eine für alle. Ich habe es noch nicht gefunden, ich bin noch auf der Suche aber ich glaube, die Frage wäre zu schwer gestellt an dich.
Aber wenn du dein einfach erfolgreiches Rezept in eins oder zwei Sätzen oder von mir aus auch in ein Wort packen könntest, was wäre denn das?
[01:10:58] Thomas Wetzlar: Sag, was du denkst und tue, was du sagst.
[01:11:02] Hajo Sandschneider: Klarheit ne? Sag, was du denkst und tue, was du sagst. Ja, deshalb überrascht mich das jetzt nach unserem Gespräch was ja auch immerhin, was haben wir, eine gute Stunde gedauert hat. Passt. Sehr, sehr cool. Gibt es noch eine Botschaft die du in die Welt raushauen wollen würdest Eine Frage, die ich dir hätte stellen sollen, aber die ich vergessen hatte.
Gibt es noch irgendwas, das du als letzte Worte uns mitgeben möchtest
[01:11:27] Thomas Wetzlar: Ich glaube, dass wir als Deutsche eines lernen können von den Amerikanern, die uns gerade auf so viele Arten fremd werden, also mir zumindest und vielen anderen, die ich kenne, und das ist Fehlerkultur. haben wir hier in Deutschland eher nicht. Wir tun uns schwer damit, Menschen Fehler zuzugestehen und wir tun uns schwer damit, Menschen auch mal Abzweigungen zu erlauben die sie rückblickend vielleicht doch lieber nicht genommen hätten und sind eher selten dazu bereit, anzuerkennen, dass auch solche Fehler Teil eines Weges sein können. Und dass ja in unserem Leben der Weg das Ziel ist. Es gibt ja nicht diesen Endpunkt, den wir erreichen, sondern eigentlich ist ja der immerwährende Weg, ist ja das eigentliche Leben, das stattfindet. Und ich glaube, wenn wir bereit sind anzuerkennen, dass Menschen nicht immer alles richtig machen und manchmal auch eine Fehlentscheidung treffen, dann sind wir wahrscheinlich in der Lage, auch eher zu begreifen, wo Qualitäten liegen.
Und das ist etwas, was ich versuche bei meiner Bewertung von Menschen, die ich kennenlerne, immer in Vordergrund zu stellen und fahre da eigentlich ganz gut mit. Und das könnte ich, glaube ich so als Schlusssatz stehen lassen.
[01:12:35] Hajo Sandschneider: Ja finde ich gut. Dann lasse ich das doch auch als Schlusssatz stehen. Allerdings darf ich mich ganz herzlich bei dir bedanken für die Zeit. Hast ja festgestellt, ist mit das Wichtigste gut. Hast du uns jetzt über eine Stunde deiner Zeit geschenkt Ich danke dir und bin mir sicher, da ist sehr viel für unsere Hörer dabei.
Und was soll ich sagen, Thomas? Bleib einfach erfolgreich. Danke dir. .
[01:12:57] Thomas Wetzlar: Bis bald.
[01:12:58] Hajo Sandschneider: Und euch auch allen da draußen. Alles Gute überrascht euch mit euch selbst und bleibt einfach erfolgreich.